Haibane Renmei
Episode 3: Der Tempel - Der Washi - Pfannkuchen
Der Titel der Episode:
| Titel: | Der Tempel |
|---|---|
| Titel: | Der Washi |
| Titel: | Pfannkuchen |
Rakka geht durch einen düsteren Gang in einem der Gebäude von Old Home.
| Rakka: | Diese unbewohnten Bereiche sind wirklich unheimlich. |
|---|---|
| Rakka: | Ich glaube, hier bin ich richtig. |
Plötzlich knallt nur wenige Meter hinter Rakka ein Balken von der Gangdecke auf den Boden!
| Rakka: | Bin ich jetzt aber erschrocken... |
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Einmal mehr "stehen ihr die Haare zu Berge" - woran aber auch ihr Halo schuld ist:
| Rakka: | Also irgendwas stimmt nicht mit diesem Ring... |
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Rakka ist analytisch genug, das Wesen dieses Halo verstehen zu wollen (vermutlich im Gegensatz zu den meisten anderen Haibane), und sie wird später tatsächlich auch die einzige Bewohnerin von Old Home sein, die lernt, woraus diese Halos gemacht werden.
Rakka betrachtet die Schleifspuren vor einer Türe - offenbar hat hier jemand schwere Möbel transportieren müssen. Damit hat sie endlich ihr Ziel gefunden - nämlich Rekis neues Zimmer. Gerade als sie anklopfen möchte, hört sie einen Schrei, der aus diesem Zimmer kommt! Rakka erschrickt und handelt ganz impulsiv, ohne nachzudenken: Sie reißt die Türe zu Rekis Zimmer auf...
| Rakka: | Reki?! |
|---|
Aber dieses Zimmer ist leer.
| Rakka: | Reki? |
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Seitlich in diesem Raum befinden sich zwei weitere Türen - die rechte davon steht einen Spalt weit offen:
| Rakka: | Reki? |
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Rakka blickt sich in diesem Zimmer um... auf dem Boden sitzt eine Gestalt, eingehüllt in ein weißes Tuch - wie ein Gespenst. Rakka rennt sofort los, um ihrer Freundin beizustehen:
| Rakka: | Reki! |
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Reki blickt Rakka an - erst jetzt wird dem Mädchen bewußt, daß sie gegen die guten Sitten verstoßen hat:
| Rakka: | Entschuldige, ich habe etwas fallen gehört und bin ohne anzuklopfen... |
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Rakka erwähnt nicht den Schrei, den sie ja zweifellos gehört haben muß. Doch allein schon dieses "ohne anzuklopfen" wird Rakka noch eine ganze Zeitlang ein schlechtes Gewissen bescheren.
| Reki: | Tut mir leid, daß ich dich erschreckt habe. |
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Trotz ihrer eigenen mißlichen Lage kümmert sich Reki in diesem Moment schon wieder mehr um ihren Schützling Rakka als um ihre eigenen Sorgen.
| Reki: | Ich habe einen unruhigen Schlaf und bin mal wieder aus dem Bett gefallen. |
|---|
Wobei das Verblüffende ist, daß Reki einerseits weiß, daß ihr das öfters passiert, andererseits aber trotzdem so ein gefährliches Hochbett verwendet...
Reki erzählt Rakka nichts von ihrem Albtraum - sie hat noch keinen Grund dafür, ihre kleine Freundin in ihr Vertrauen zu ziehen.
| Reki: | Diese Flügel sind ziemlich nutzlos, nicht wahr? |
|---|
Zur Entspannung der Situation probiert Rakka einen Scherz:
| Rakka: | Mein Name würde vielleicht besser zu dir passen. |
|---|---|
| Reki: | So ein Mist... |
Aber beide können über die Situation immerhin wieder lachen.
Reki hat sich inzwischen angezogen; Rakka hat offenbar im eigentlichen "Zimmer" gewartet, wohin Reki nun nachgekommen ist.
| Reki: | Entschuldige das Chaos. |
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Reki frühstückt ein "Lungenbrötchen"...
| Reki: | Ich habe das Zimmer gelegentlich als Atelier genutzt, und es ist ein Haufen Arbeit, diese Bude erst mal bewohnbar zu machen. |
|---|
Rakka hatte zunächst Rekis "Vorzimmer" betreten, aber das war leer. Erst als sie nach rechts durch die nächste Türe ging, kam sie in Rekis Schlafzimmer, welches keinen weiteren Zugang zu haben scheint - genau wie das Atelier auf der linken Seite, wie wir später sehen. Reki hat ihre neue Wohnung genau vor diesem Atelier einrichtet, so daß sie jederzeit dorthin gehen kann, ohne daß auffallen würde, wann und wie oft sie malt (und sich dabei mit ihrem Traum auseinander setzt), während sie gleichzeitig niemandem ihre Bilder zeigt.
| Rakka: | Malst du? |
|---|---|
| Reki: | Ja, ein bißchen, aber nicht wirklich ernsthaft. |
Reki untertreibt massiv, wie wir am Ende der Serie sehen können.
| Rakka: | Darf ich mal sehen? |
|---|---|
| Reki: | Das geht nicht. Sie sind noch nicht fertig, und außerdem sind sie eh nicht besonders gut. |
Rekis Stimme wird etwas lauter; sie bemüht sich, Rakka von der Idee, diese Bilder sehen zu wollen, unauffällig abzubringen. Rakka ist aber immer noch neugierig (einer ihrer stärksten Charakterzüge) und schaut sich überall um:
| Rakka: | Dein Atelier ist dort drüben? |
|---|
Rakka geht bereits auf diese Türe zu, hinter welcher sich Rekis finsteres Heiligtum befindet...
| Reki: | Nicht! |
|---|
Tja, jetzt ist Reki vor Schreck doch lauter geworden, als sie wollte, und sucht fieberhaft nach einer neuen Ausrede. Ihre Augen fallen auf Rakkas nagelneues, helles Kleid:
| Reki: | Dort drinnen ist es ziemlich schmutzig, und... |
|---|
Rakka gibt an dieser Stelle auf, da Reki ja nun ziemlich laut und deutlich "Nein" gerufen hatte - und sie ist wohl auch etwas schuldbewußt, daß sie die vorherigen Andeutungen nicht rechtzeitig verstanden hatte.
| Rakka: | Oh, entschuldige. |
|---|---|
| Reki: | Schon okay. |
Ein kurzer Augenblick peinlicher Stille - Rakka blickt zu Boden, betroffen über das Fettnäpfchen, in das sie gerade getreten ist. Dann fällt ihr wieder ein, wieso sie überhaupt hier ist:
| Rakka: | A... Ach ja, das Frühstück ist fertig. |
|---|---|
| Rakka: | Die anderen sind schon da, also wollte ich dich holen. |
Reki starrt aus dem Fenster - ihr steckt noch der Schreck in den Gliedern: Erst dieser Alptraum und dann Rakkas Beinahe-Eindringen in ihren Kokon!
| Reki: | Hm... |
|---|---|
| Reki: | Ich esse später. |
Rakka hat ihre Botschaft überbracht und bläst zum strategischen Rückzug, bevor sie noch mehr Unheil anrichten kann:
| Rakka: | In Ordnung. Ich gehe dann mal. |
|---|---|
| Rakka: | Ich muß zum Tempel der Haibane Renmei. |
Das reißt Reki aus ihrer Lethargie:
| Reki: | Zum Tempel? Alleine? |
|---|
Reki hat gestern abend den Zettel am Schwarzen Brett nicht mehr gelesen.
| Rakka: | Nein. |
|---|---|
| Rakka: | Hikari will mich begleiten. |
| Reki: | Aha. Seid bitte vorsichtig. |
Reki kennt den Weg zum Tempel und weiß, wie gefährlich er sein kann.
| Rakka: | Machen wir. |
|---|
Rakka verläßt das Zimmer - Reki bleibt allein zurück.
| Reki: | Wieder derselbe Traum... |
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Kaum ist Rakka fort, da versinkt Reki sofort wieder in ihren düsteren Gedanken.
Und auch Rakka hat diese Szene noch nicht völlig verarbeitet, wie ihre Unterhaltung mit Hikari auf dem Weg zum Tempel zeigt:
| Hikari: | Du nimmst das viel zu wichtig! |
|---|
Hikaris selbst ist sprunghaft und oberflächlich, also das Gegenteil von nachtragend. Rakka ist da ein anderer Typ:
| Rakka: | Aber ich bin einfach in ihr Zimmer geplatzt, ohne anzuklopfen. |
|---|
Daß sie das aus Besorgnis um Reki getan hat, deren Schrei sie ja immerhin gehört hatte, scheint sie inzwischen verdrängt zu haben - sie sieht nur noch ihren Fehler, nicht mehr ihre gute Absicht.
| Rakka: | Vielleicht ist sie jetzt sauer auf mich. |
|---|---|
| Hikari: | Aber Reki doch nicht. |
Rakkas Sorgen scheinen auch noch andere Ursachen zu haben, denn Hikari wechselt jetzt zurück zu einem vorherigen Thema:
| Hikari: | Das Gästezimmer, in dem du jetzt wohnst, gehörte ursprünglich Reki. |
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Das "jetzt" ist offenbar der Gegensatz zu "und Reki früher".
| Hikari: | Aber jeder kam und ging, wie es ihm gefiel, und so wurde es unser Gästezimmer. |
|---|
Wir kennen die Vorgeschichte des Gästezimmers schon seit Rakkas erstem Aufwachen in Old Home - Nemu hat ja vor versammelter Runde Reki damit geneckt. Hikari erzählt also hier gar nichts Neues. Aber Rakka ist noch keineswegs überzeugt davon, daß sie nichts Schlimmes getan hat:
| Rakka: | Meinst du wirklich? |
|---|
Hat sie Hikari etwa vorgejammert: "Erst habe ich die arme Reki aus deren Zimmer vertrieben, und jetzt bin ich auch noch ohne anzuklopfen in ihr neues Zimmer getrampelt"? Das sähe Rakka ähnlich... Hikari hat jedenfalls versucht, ihr klar zu machen, daß nicht sie die Ursache von Rekis Umzug war.
Nun beteiligt sich auch eine alte Weggefährtin von Reki an dem Gespräch:
| Nemu: | Nach dem Aufwachen ist Reki immer schlecht gelaunt, und überhaupt hat sie ja so einen unruhigen Schlaf. |
|---|
Reki schläft wahrscheinlich deutlich weniger als Nemu, malt womöglich bis spät in die Nacht und muß morgens früh aufstehen, um die Kinder zu betreuen. Hinzu kommen ihre Alpträume, die der Zimmergenossin Nemu auf die Dauer nicht verborgen geblieben sein können.
Und im Kontext der Unterhaltung paßt Nemus Aussage auch. Wahrscheinlich hat Rakka erzählt, wie heftig Reki reagiert hat, als Rakka in deren Atelier wollte (das ist ja wohl überhaupt der Grund, weshalb Rakka sich solche Sorgen macht). Und Nemu meint dazu: "Naja, die ist halt so, wenn sie noch Schlaf in den Augen hat."
| Nemu: | Als wir noch Zimmergenossen waren, haben wir uns oft gestritten. |
|---|
In diesem geräumigen Old Home haben damals alle drei Bewohnern im selben Zimmer gewohnt - eine "integrative Maßnahme" von Kuramori für ihre beiden Schützlinge, wie wir später erfahren. Heute funktioniert das Auswahlerfahren für Wohnungen anders - zumindest Kuu und Kana haben ihre Zimmer "erfühlt", und Rakka tut später dasselbe.
| Rakka: | Echt? |
|---|
An der Brücke will Rakka in Richtung Stadt weiter gehen - diesen Weg kennt sie ja bereits - aber Hikari meint:
| Hikari: | Wir müssen dort hinüber. |
|---|---|
| Rakka: | Ist der Tempel nicht in der Stadt? |
| Hikari: | Hm... er liegt sogar ziemlich weit außerhalb der Stadt. |
| Hikari: | Niemand geht ohne Grund dorthin, weil ein Friedhof in der Nähe liegt. |
Nemu verabschiedet sich an dieser Stelle von den beiden anderen - sie muß zur Arbeit in die Stadt.
| Nemu: | Also, paßt auf euch auf! |
|---|
Auf dem Pfad zum Tempel beginnt Hikari, die ja für Rakkas Halo zuständig war, ein neues Thema:
| Hikari: | Anscheinend hält er jetzt. |
|---|---|
| Rakka: | Hä? |
Hikari deutet auf ihren eigenen Halo:
| Hikari: | Der da. |
|---|---|
| Hikari: | Ich hatte schon Angst, er würde nicht halten. |
Und das aus gutem Grund! Da spricht das schlechte Gewissen aus Hikari - aber das weiß Rakka in diesem Moment noch nicht...
| Rakka: | Ja. |
|---|---|
| Rakka: | Aber jetzt hält er ein bißchen zu gut. |
Bisher hat der Halo es Rakka noch nicht recht machen können, denn er zieht offenbar immer noch Rakkas Haare an - im Bild ragen einige davon nach oben.
Hikari "druckst herum", als ob sie noch etwas sagen wollte - und Rakka bemerkt das:
| Rakka: | Ähm, was ist? |
|---|
An dieser Stelle ist Hikari kurz davor, Rakka zu erzählen, was sie mit der Halo-Gußform getan hat... aber dann überlegt sie es sich doch anders.
| Hikari: | A... Ach, nichts, gar nichts... |
|---|---|
| Rakka: | Ach ja... |
| Rakka: | Hikari, warum wolltest du für den Halo zuständig sein? |
Interessante Frage - daß Hikari das wollte, wußten wir bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Woher weiß Rakka das?
Aber die Frage ist Hikari nicht gerade angenehm - Rakka tappt heute wirklich von einem Fettnäpfchen ins nächste:
| Hikari: | Äh... ach, nur so, weißt du... |
|---|
Hikari sucht nach einer Ausrede, findet aber keine. Sie ist lange nicht so schlagfertig wie etwa Reki.
Zum Glück findet Hikari eine Möglichkeit, das Thema unauffällig zu wechseln. Denn jetzt kommt die famose Brückenszene, welche sowohl Hikaris als auch Rakkas Charakter wunderschön herausarbeitet:
| Hikari: | Da, jetzt kannst du sie sehen! |
|---|
Hikari muß Rakka offenbar zuvor von der Brücke und dem Wasserfall erzählt haben, die ja auch ein sagenhafter Anblick sind. Allerdings ist die Brücke nichts für Leute, die nicht schwindelfrei sind, und schon gar nicht bei starkem Wind. Hinzu kommt noch, daß unsere liebe Rakka in Sachen "Fallen aus großer Höhe" ihre eigene Vorgeschichte mitbringt... jedenfalls ist Rakka ganz schön flau im Magen, als sie zum ersten Mal über diese Brücke gehen soll.
| Hikari: | Stimmt was nicht? |
|---|---|
| Rakka: | Hm... |
| Hikari: | Keine Sorge. Es schaukelt ein bißchen, aber das ist überhaupt nicht schlimm. |
| Hikari: | Siehst du? |
Und "zur Beruhigung" dreht Hikari eine Pirouette auf der wackeligen Brücke, die sie beinahe in den Abgrund gerissen hätte - tolle Idee, echt.
| Hikari: | Uuaaahhh... |
|---|
Rakka steht kurz vor einem Nervenzusammenbruch... und in diesem Moment tut sie etwas, das für sie charakteristisch ist: Sie trifft die spontane Entscheidung, daß Hikari so schnell wie möglich von der Brücke weg muß. Koste es, was es wolle! An die Gefahr für ihre eigene Person denkt Rakka in diesem Moment nicht, genau wie später bei ihren Abenteuern in den Episoden 8 bzw. 13.
| Hikari: | Siehst du, war doch gar nicht gefährlich! |
|---|---|
| Hikari: | Und du hattest gar keine Angst... |
Rakka hatte gar keine Zeit zum Angsthaben. Hätte sie über ihre Aktion nachgedacht, dann hätte sie sich sicherlich nicht getraut, über die schwankende Brücke zu rennen.
| Rakka: | Doch... ich hatte Angst um dich! |
|---|
Aber die Schwierigkeiten auf diesem abenteuerlichen Weg sind noch nicht vorbei - dieser schmale Pfad ist eine echte Prüfung für eine Haibane.
| Hikari: | Sei vorsichtig... |
|---|---|
| Rakka: | Okay. |
Endlich stehen die beiden Mädchen vor dem Tempel der Haibane Renmei, einem gewaltigen Bauwerk, direkt an der mysteriösen Stadtmauer.
| Rakka: | Ist das dieser "Washi", den wir gestern gesehen haben? |
|---|---|
| Hikari: | Nein. |
| Hikari: | Kein Wort, solange ich es dir nicht sage. |
Hikari kennt ja die "Spielregeln" der Renmei und wird Rakka Bescheid geben, sobald diese wieder reden darf. Die stets wißbegierige Rakka hat angesichts dieser Glöckchen schon die nächste Frage auf der Zunge, kann sich aber gerade noch beherrschen - und wartet brav, bis Hikari wieder zu reden beginnt:
| Hikari: | Entschuldige, hab ich ganz vergessen... |
|---|---|
| Hikari: | Drinnen dürfen wir nicht sprechen. |
Wirklich nur drinnen? Wieso dann auch nicht gegenüber dem, der die Glückchen befestigt hat? Die spontane Hikari ist wirklich nicht für ihr Vorausdenken berühmt - und mit dieser Vergeßlichkeit hat sie Rakka ganz schön "auflaufen lassen", wie wir gleich zu sehen bekommen.
| Hikari: | Das ist für Begrüßung und Abschied,... |
|---|---|
| Hikari: | ...das heißt "ja"... |
| Hikari: | ...und das "nein". |
| Hikari: | Der Washi ist der einzige, der sprechen darf. Und den suchen wir jetzt. |
Rakka schaut ziemlich zweifelnd auf ihre Flügel - und wir erinnern uns an ihre ersten Bewegungsversuche derselben auf dem Balkon...
Im Inneren des Tempels bleibt Rakka mal wieder staunend stehen, während Hikari weiter geht.
| Washi: | Ihr seid Haibane? |
|---|---|
| Washi: | Weshalb seid ihr hier? |
Rakka grübelt noch, wie sie auf eine solche Frage reagieren soll; Hikari geht auf Nummer Sicher, was das Schweigen von Rakka angeht. (Die Haibane Renmei scheint einen Ruf wie Donnerhall zu haben - vielleicht kennt Hikari ja sogar die Geschichte mit der Bestrafung von Reki und Hyouko?)
| Washi: | Eine ist wegen der Halo-Gußform gekommen. Die andere ist der Neuankömmling, den ich hergerufen habe. |
|---|
In der Tat war es der Washi höchstselbst, der Rakka zu sich bestellt hat (er sagt auch watashi).
| Washi: | Stimmt das? |
|---|
Hikari antwortet per Flügelklingeln; Rakka schaut den Washi derweil nicht mal direkt an, sie ist völlig damit beschäftigt, die vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten. (Und sie hat keine Angst vor dem Washi - was ihr später sehr nützlich sein wird.)
| Washi: | Kommt näher. |
|---|---|
| Washi: | Neuling, wie ist dein Name? |
Keine leichte Situation für Rakka, die auch auf diese direkte Frage nicht antworten darf - und es fast "verpatzt" hätte.
| Washi: | Dein Name ist Rakka, richtig? |
|---|
"Jein" sagen Rakkas Flügel. ;-) Eine der vielen kleinen netten, "lustigen", aber nie albernen Szenen, welche die ansonsten ernste Atmosphäre auflockern. Hikari schaut sicherheitshalber zur Seite, weil sie offenbar grinsen muß...
Rakka "erzwingt" im zweiten Versuch ein korrektes "ja", aber der Washi kommentiert diese Szene:
| Washi: | Um die Schwingen richtig benutzen zu können, muß dein Herz sie als Teil deines Körpers akzeptieren. |
|---|
| Washi: | Kameradin Rakka, heute begrüßen wir dich als neues Mitglied unserer Gemeinschaft. |
|---|---|
| Washi: | Und als Zeichen dafür geben wir dir dies hier. |
| Washi: | Dieses Heft ermöglicht dir die Deckung deines Lebensunterhalts. |
| Washi: | Als gutes Mitglied sollst du in der Stadt arbeiten. Für dich und für die Gemeinschaft. |
In der DVD-Version steht "Zum Ausgleich dafür..." - was ein interessanter Unterschied ist. Angenommen, ein Haibane arbeitet nicht - würde die Renmei ihn/sie verhungern lassen? Rakka läuft nach Kuus "Abflug" auf eine solche Situation zu, als ihr das Abenteuer im Westwald dazwischen kommt. Wir wissen auch nicht, ob die Haibane in der verlassenen Fabrik arbeiten - verhungert sind sie aber offenbar nicht. Und genau das Erkennen und freiwillige Akzeptieren solcher Pflichten gehört wahrscheinlich zum Reifungsprozeß in Guri dazu.
| Washi: | Sei den kleinen Haibane ein gutes Vorbild. |
|---|---|
| Washi: | Wir sind immer hier. Wenn du ein Problem hast, kannst du jederzeit zu uns kommen. |
| Washi: | Gibt es sonst noch etwas? |
Ohne jede Verzögerung und völlig synchron antworten beide per Flügel "nein" und per Handzeichen "aisatsu". Rakka macht also schnelle Fortschritte! Sie hat die steilste Lernkurve aller Haibane.
| Rakka: | Ach, ich habe alles falsch gemacht... |
|---|---|
| Rakka: | Du bist gemein! Das hättest du mir auch vorher sagen können! |
| Rakka: | Dann wäre ich vorbereitet gewesen. |
Tja, "vorbereiten" ist eine Denkweise, die der spontanen Hikari völlig abgeht.
| Hikari: | Entschuldige. Ich hab's vergessen... |
|---|---|
| Hikari: | Aber als es drauf ankam, hast du deine Flügel richtig bewegt, oder? |
Hikari verteidigt sich gar nicht gegen Rakka - sie sieht einfach das Problem überhaupt nicht.
| Rakka: | Aber trotzdem... |
|---|
Für Rakka ist das Thema noch nicht beendet. Erst die Gestalt, welche Rakka in der Ferne zu erkennen glaubt, sorgt für einen Themenwechsel:
| Rakka: | Oh, da ist Kuu! |
|---|---|
| Rakka: | Kuuuuu! |
Rakka hat Kuu gesehen, und plötzlich war sie nicht mehr da - diese Szene wirft ihren Schatten voraus auf Episode 7. Und nach dieser Szene sehen wir Kuu nur noch im Besitz ihrer Mütze...
| Hikari: | Hä? |
|---|---|
| Rakka: | Kuu war dort drüben... am Fuß des Windrades. |
Ein interessanter Schauplatz, an dem wir Rakka in Episode 8 noch einmal sehen werden - dann allerdings in einer völlig anderen Stimmung.
| Rakka: | Hm!? Ob sie mich wohl nicht gehört hat? |
|---|
In Episode 5 wird Rakka dasselbe noch einmal passieren - dann mit Reki.
| Hikari: | Sieht so aus. |
|---|
Auf dem Weg zurück zur Hauptstraße kommentiert Hikari diese Windräder:
| Hikari: | Diese Windräder werden zur Stromerzeugung verwendet, habe ich gehört. |
|---|---|
| Hikari: | Wenn die Sonne scheint, dann ist es richtig toll auf diesem Hügel, obwohl sie einen solchen Lärm machen. |
| Rakka: | Aha... |
An der Brücke vor dem Eingang von Old Home trennen sich die Wege der beiden Haibane:
| Hikari: | Ich muß jetzt in die Stadt, zur Arbeit in die Bäckerei. |
|---|---|
| Hikari: | Und was hast du vor, Rakka? |
Gute Frage. Rakka hat ja noch keinen Job - also wird sie sich zunächst einmal um das kümmern, was ihn in diesem Moment am Wichtigsten ist:
| Rakka: | Ich gehe erst mal zurück ins Old Home. |
|---|---|
| Rakka: | Ich muß mit Reki reden. |
| Hikari: | Du nimmst das wirklich zu ernst. |
| Rakka: | Aber... |
| Hikari: | Na, wenn du meinst... wir sehen uns dann heute abend. |
| Rakka: | Okay. Danke! |
Rakka geht zurück nach Old Home. Dort kommen ihr die Kleinen entgegen, die keine Möhren essen wollten.
| Kids: | Nein!!! |
|---|---|
| Kids: | - Schnell weg hier! - Ich will nicht! |
... dicht gefolgt von einer mal wieder überforderten Reki:
| Reki: | Hey! Ihr habt noch nicht aufgegessen!! |
|---|---|
| Rakka: | Reki... |
| Reki: | Oh, das ging aber schnell. |
| Reki: | Habt ihr alles erledigt? |
| Rakka: | Ja. |
| Rakka: | Ähm... |
Rakka macht nun mehrere Anläufe, sich bei Reki zu entschuldigen, kann sich aber nicht so richtig entscheiden, insbesondere da Reki gar nicht erkennbar sauer auf sie zu sein scheint. Hatte Hikari vielleicht doch recht?
| Reki: | Ich hatte schon Angst, daß Hikari wieder Unfug macht. |
|---|---|
| Reki: | Zum Glück habe ich mir offenbar umsonst Sorgen gemacht. |
Was übrigens in keinster Weise den Tatsachen entspricht - aber Rakka hat eben auch nichts von Hikaris "Stunt" auf der Brücke erzählt...
| Reki: | Hast du den Washi getroffen? |
|---|---|
| Rakka: | Ja. Aber ich konnte meine Flügel zuerst nicht richtig bewegen. |
Yep. Das "scolded" aus der DVD-Version halte ich für falsch: Washi hat Rakka einen Rat gegeben (genau wie Rei ihrer Kollegin Asuka).
| Reki: | Ach, das wird schon. |
|---|---|
| Reki: | Bei dem Alten weiß man nie, ob er nicht plötzlich ungeduldig wird und einen rauswirft. |
Rakka macht den zweiten Anlauf zu einer Entschuldigung...
| Rakka: | Reki, weißt du... |
|---|---|
| Reki: | Hm? |
...bricht dann aber wieder ab:
| Rakka: | Ach, nichts. |
|---|
Spätestens jetzt muß Reki bewußt sein, daß Rakka irgend etwas auf dem Herzen hat. Aber Rakka wechselt nun selbst das Thema:
| Rakka: | Kochst du immer das Essen für die Kleinen? |
|---|---|
| Reki: | Manchmal bringen wir etwas Fertiges mit, manchmal kochen die Haushälterin oder ich. |
Beispielsweise ein Essen zum Mitnehmen aus dem Restaurant Kartie, wo Rakka in Episode 7 ihre Erbsensuppe bestellen wird.
| Reki: | Auch Nemu und Hikari helfen manchmal mit, wenn sie gerade Zeit haben. |
|---|---|
| Reki: | Oder auch nicht... |
| Rakka: | Das muß schwierig sein. |
| Reki: | Das ist mein Job. |
Reki steht voll hinter ihrer Aufgabe, die zu ihrer Natur geworden ist: Anderen zu helfen, egal wie lästig oder anstrengend es auch sein mag.
| Reki: | Und diese Rabauken wissen das nicht mal zu würdigen... |
|---|---|
| Reki: | Sie sind einfach weggerannt, nur weil die Hausmutter Omeletts mit Möhren gemacht hat. |
| Rakka: | Dann helfe ich dir! |
| Rakka: | Haibane müssen doch eine Arbeit haben, richtig? |
Washis Worte haben gewirkt: Rakka will eine "gute" Haibane sein. Und Reki zu helfen wird ihr natürlich besonders gefallen, zumal sie ja immer noch ein schlechtes Gewissen wegen heute früh hat.
| Reki: | Ja, das stimmt. |
|---|---|
| Reki: | Es gibt nicht viele Arbeiten für Haibane. |
Stimmt das? AonE erwähnt diesen Teil nicht, und ich kann mich auch an kein Gesetz erinnern, welches diesen Effekt haben würde.
| Reki: | Du solltest versuchen, einen Job zu finden, der zu dir paßt. |
|---|
Nicht ", der dir gefällt" oder ", der dir Spaß macht"? Um einen Job zu finden, der zu Rakka "paßt", müßte das Mädchen sich selbst ziemlich gut einschätzen können. Ist sie dafür nicht zu jung? "Berufswahl" ist üblicherweise in einem viel höheren Alter als dem von Rakka.
| Kids: | Das schmeckt mir nicht. - Bah. |
|---|---|
| Kids: | Igitt. - Ich mag das nicht essen... |
| Kids: | Eklig. |
Reki und Rakka betreten den Speisesaal:
| Hausmutter: | Ihr seid spät! Wo sind die Kinder? |
|---|---|
| Reki: | Die sind mir entwischt. |
| Reki: | Na, die werden noch was zu hören bekommen... |
| Reki: | Schon wieder? |
| Reki: | Warum eßt ihr keine Möhren? |
| Shota: | Die schmecken bitter. |
| Dai: | Furchtbar bitter! |
| Reki: | Jaja, plötzlich sind sie einer Meinung... |
Ich vermisse irgendwie das klar zu hörende "dokidoki" ("Aufregung" etc.). Die DVD-Version scheint einen Gegensatz dazu zu konstruieren, daß die Kinder sich ansonsten ständig streiten würden - wofür ich aber auch nur wenige Anzeichen erkennen kann.
| Hausmutter: | In solchen Situationen muß der Lehrer als leuchtendes Beispiel vorangehen! |
|---|
Die Hausmutter weiß sehr wohl, daß auch Reki keine Möhren mag. Rakka grinst darüber - leider etwas zu auffällig. Ein taktischer Fehler, den Reki sofort ausnutzt:
| Reki: | Das überlasse ich dir. |
|---|---|
| Rakka: | Was? |
| Rakka: | Äh... |
| Rakka: | ...du meinst... |
Rakka erhält keine Gelegenheit, abzulehnen, denn Reki bittet nun das Publikum um Aufmerksamkeit:
| Reki: | Heute zeigt uns Gastlehrerin Rakka, wie man das macht, also paßt gut auf! |
|---|---|
| Rakka: | Ich soll das essen? |
| Reki: | Ja. Tu so, als ob es dir schmeckt, ja? |
| Rakka: | Reki, du solltest sie selber essen...! |
| Reki: | Das ist deine erste Aufgabe. |
| Reki: | Lächeln... |
| Rakka: | Ist das lecker...! |
| Shota: | Cool. |
| Dai: | Wow. |
| Reki: | Sehr ihr, wie toll eine ältere Haibane das kann? |
Reki setzt auf die Vorbildwirkung, welche "Rakka-sensei" für die Kinder haben soll. Es geht ja darum, die gesunden Möhren essen zu lernen, obwohl sie bitter sind...
| Reki: | Jetzt seid ihr dran! |
|---|
Aber Rakka hat bei den Kleinen nicht alle Zweifel beseitigt, und Reki sucht mal wieder nach neuen Argumenten. Dabei verwendet sie interessante pädagogische Methoden - Zuckerbrot und Peitsche. Zuerst das Zuckerbrot:
| Reki: | Komm schon - wenn du deine guten Möhrchen nicht ißt, dann wirst du nicht groß und stark. |
|---|---|
| Hana: | Mir egal! |
Na gut, dann ist nun eben jetzt die Peitsche dran:
| Reki: | Du ißt besser auf, sonst kommt mitten in der Nacht das große Möhrenmonster. Und das frißt böse Kinder wie dich! |
|---|
Aber als das verängstigte Kind sich an Rakkas Ärmel festklammert, gibt es einen überraschenden Themenwechsel:
| Hana: | Sie riecht nach Kuchen! |
|---|---|
| Reki: | Lenk nicht ab! So ein Quatsch! |
| Hana: | Riech doch selbst! |
| Reki: | Moment... |
| Reki: | Riecht sie nicht! |
Reki mit ihrer Zigarette im Mund riecht natürlich gar nichts.
| Hana: | Tut sie wohl! Sogar nach Pfannkuchen! |
|---|---|
| Shota: | Ja, tatsächlich... |
Tja, wer genau da was riecht, ist angesichts der Interessenlage schwer festzustellen. Es wäre allerdings schon überraschend, wenn die Behauptung von Hana (die ja gerade ängstlich vor einem "Monster" davon rennt) so gar keine reale Ursache hätte. Wir erinnern uns, daß Rakka selbst nach ihrem Aufwachen Haselnüsse roch - und wir werden später sehen, daß die Nuß Rakkas "aktuelle Natur" ist. Möglich ist jedoch auch, daß Rakkas "kontaminierter" Halo (Hikari scheint die Gußform vor der Herstellung des Rings nicht wirklich gründlich ausgewaschen zu haben...) tatsächlich nach Gebäck riecht.
| Dai: | Laßt uns Pfannkuchen essen! |
|---|---|
| Kids: | Pfannkuchen! Pfannkuchen! Pfannkuchen! |
Reki hat die Kontrolle über die Situation verloren. Zum Glück springt die Haushälterin ein... ihr hörbares Magenknurren ist ein kleiner Gag am Rande.
| Hausmutter: | Ähm, für alle, die ihr Mittagessen aufessen... |
|---|---|
| Hausmutter: | ... gibt's als Nachtisch Pfannkuchen. |
| Reki: | Hach, wofür dann all der Ärger...? |
| Hausmutter: | Wahrscheinlich verwöhnen wir sie zu sehr. Aber denk daran, mir auch eine Portion mitzubringen. |
| Reki: | Soll das etwa bedeuten, du wolltest nur selbst Pfannkuchen essen? |
|---|
Rakka sieht eine Gelegenheit, sich nützlich zu machen:
| Rakka: | Ich hole sie. |
|---|---|
| Reki: | Magst du? |
| Rakka: | Es ist doch in Ordnung, wenn ich sie in Hikaris Bäckerei kaufe? |
| Rakka: | Ich wollte sie sowieso besuchen. |
Rakka macht sich auf den Weg, als ihr am Tor die entlaufenen Kinder von vorhin wieder begegnen:
| Kids: | Ich mag keine Möhren! |
|---|---|
| Rakka: | Ach, ihr wart das, die das Mittagessen nicht aufessen wolltet... |
| Kids: | Woher weiß denn du davon? |
Die Kleinen haben Rakka vorhin beim Weglaufen vor Reki wahrscheinlich nicht beachtet, und von Rakkas Auftritt als Gast-Lehrerin wissen sie ja auch nichts.
Rakka setzt nun die Erziehungspolitik der Haushälterin konsequent fort:
| Rakka: | Wenn ihr nicht schnell zurück geht und euch bei Reki und der Haushälterin entschuldigt, |
|---|---|
| Rakka: | dann bekommt ihr keinen Nachtisch. |
| Kids: | Was denn für einen Nachtisch? |
Auf dem Speiseplan stand offenbar nichts von einem Nachtisch (denn auch Reki war ja überrascht von der Idee der Haushälterin).
| Rakka: | Pfannkuchen! |
|---|---|
| Kids: | Die süßen? |
| Rakka: | Klar! |
| Kids: | Waaas!? |
| Kids: | Davon hat uns niemand etwas gesagt! - Oh nein! |
Es ist ja auch irgendwie unfair von der Hausmutter, nachträglich die Spielregeln zu ändern - hätten die kleinen Racker das vorher gewußt, dann wären sie womöglich gar nicht weggelaufen. Jedenfalls nehmen die Kinder Rakkas Rat sofort an und kehren zurück.
Kuu kommt Rakka hinterhergelaufen.
| Kuu: | Hey, Rakka! |
|---|---|
| Rakka: | Kuu! |
| Kuu: | Wohin gehst du? |
| Rakka: | Nur zur Bäckerei. |
| Rakka: | Ach ja, Kuu - kannst du mir sagen, wie ich zu Hikaris Bäckerei komme? |
Ein Transportmittel hat Rakka in Form des Fahrrads gefunden - aber das hier ist ein arger Planungsfehler. Da hat sie sich wohl von der Begeisterung, zusammen mit Reki zu arbeiten, mitreißen lassen.
| Kuu: | Wie, das weißt du nicht? |
|---|---|
| Kuu: | Dann zeige ich dir den Weg! |
Kuu mal wieder in ihrer Rolle als senpai für Rakka...
Auf dem Weg zur Stadt:
| Rakka: | Heute morgen warst du auf dem Hügel spazieren, nicht wahr? |
|---|---|
| Kuu: | Hm? |
| Kuu: | Ja. |
Kuu erklärt auch, wieso sie unterwegs war:
| Kuu: | Ich war in der Stadt, um das hier zu kaufen. |
|---|
Nämlich ihre neue Mütze. Kuu verbirgt damit die Helligkeitsschwankungen ihres Halo. Das ist offenbar ein ganz natürlicher Schutzmechanismus von jemand, der sich angreifbar fühlt - stell Dir vor, heute ist Dein Tag, das Nest zu verlassen, und jemand sperrt Dich irgendwo ein, um auszuprobieren, was dann passiert...
| Rakka: | Hm? Steht dir gut! |
|---|---|
| Kuu: | Brrrrrm! Fahrrad 5 hebt ab! |
Wie Kuu auf die "5" kommt, kann ich mir nicht erklären; aber ein "jitensha go" ("Fahrrad" und "5") kann man mit viel Phantasie heraushören.
Aus Kuus Begeisterung über das Mitfahren auf dem Fahrrad entsteht so ganz nebenbei eine ganz wichtige Unterhaltung. Rakka ist noch dabei, sich mit ihren Flügeln abzufinden (siehe ihr Treffen mit dem Washi), sie hatte auch schon mit Reki darüber geflachst, wie nutzlos diese kleinen Haibane-Flügel sind. Beide Haibane sind auch noch weit entfernt davon, Guri zu verlassen. Für Kuu dagegen steht der "Tag des Abflugs" bereits unmittelbar bevor, und ihre Vorstellung von "Fliegen" ist nicht mehr auf das Physikalische beschränkt.
| Rakka: | Es wäre toll, wenn wir fliegen könnten! |
|---|---|
| Kuu: | Können wir doch! |
| Rakka: | Was? |
| Kuu: | Wenn du nur fest dran glaubst, dann wirst du eines Tages fliegen können. |
| Kuu: | Ich glaube daran! |
| Rakka: | Vielleicht hast du recht... |
Inzwischen haben Rakka und Kuu die Stadt erreicht, und Kuu betätigt sich als Fremdenführerin.
| Rakka: | Kuu, sind wir hier richtig? |
|---|---|
| Kuu: | Natürlich! |
| Kuu: | Neulich habe ich in diesem Cafe sauber gemacht und dafür ein paar Zuckerwürfel bekommen. |
| Rakka: | Ich finde es toll, daß auch du schon arbeitest. |
Denn Kuu ist ja jünste der älteren Haibane - noch jünger als Rakka selbst. Diesen Gedanken greift Kuu sofort auf:
| Kuu: | Seitdem du hier bist, Rakka, bin ich auch ein senpai. |
|---|---|
| Kuu: | Ich bin ja die Jüngste unter den Älteren. |
| Kuu: | Also dachte ich, es wäre schön, wenn du jünger wärst als ich. |
In diesem Moment gehen beide an einer christlichen Kirche vorbei (man sieht das Kreuz auf dem Kirchturm) - in Guri müssen also (auch) Christen leben (oder früher gelebt haben).
| Kuu: | Aber als ich darüber nachdachte, wurde mir klar, daß du zu den Kleinen gekommen wärst, wenn du jünger wärst als ich. |
|---|---|
| Kuu: | Also ist es gut, daß du älter bist als ich. |
| Kuu: | Denn dadurch können wir zusammen sein. |
Kuu ist inzwischen erwachsener, als sie aussieht, und sie kann eigenständig planen und handeln. Sie muß niemanden mehr kopieren (nachdem Kuu in Episode 4 Rakka ihre Winterjacke überlassen hat, wird Kana Rakka erzählen, was Kuu früher alles in dieser Richtung probiert hat).
| Rakka: | Das stimmt wirklich. |
|---|---|
| Rakka: | Es ist schön, einen senpai wie dich zu haben. |
Kuu atmet tief durch. Diese Anerkennung war einer der "Tropfen", die den Becher in ihrem Herzen bis zum Rand gefüllt haben! Von dieser Szene muß Kuu sich förmlich losreißen - und sie tut das, was sie die gesamte Serie über immer tut: Sie läuft ihren Mit-Haibane ein paar Schritte voraus.
| Kuu: | Jetzt komm schon! |
|---|
Ein Städter verscheucht Krähen mit einem Besen...
| Staedter: | Hey, haut ab! Schhhh... |
|---|---|
| Staedter: | Wie oft muß ich das noch sagen... |
Glaubt der Mann etwa, die Vögel würden ihn verstehen? Kuu findet das nicht richtig:
| Kuu: | Kana nennt die Krähen "Aasfresser". |
|---|
Wobei ich nicht sicher bin, ob das ein Schimpfname sein oder nur beschreiben soll, daß sie den Müll von der Straße fressen.
| Kuu: | Aber ich glaube, daß sie gerne unsere Freunde wären. |
|---|
Was für die Krähen in der Tat praktisch wäre, wie Kuu gleich erklären wird:
| Rakka: | Hä? |
|---|---|
| Kuu: | Was wir wegwerfen, kann für die Krähen immer noch Nahrung sein. |
In dieser Hinsicht sind die Krähen für die Haibane das, was die Haibane selbst für die Menschen von Guri sind! Und genau über solche Dinge denkt Kuu kurz vor ihrem Abschied aus Guri nach - das ist Teil ihrer Selbstfindung.
| Kuu: | Deshalb würden sie gerne unsere Freunde sein und von uns gefüttert werden. |
|---|
In Episode 4 wird Rakka diesen Gedanken selbst aufnehmen, aber von Kana die Kehrseite der Medaille gezeigt bekommen.
| Kuu: | Weil ich Haibane bin, kann ich sprechen und so ein Freund des Cafe-Besitzers werden. |
|---|---|
| Kuu: | Und er gibt mir dann Zuckerwürfel für meine Arbeit. |
| Kuu: | Aber Krähen können außer "Krah krah" nichts sagen und sie sehen so finster aus, daß ihnen niemand etwas gibt. |
| Kuu: | Sie werden überall nur verjagt. |
| Kuu: | Das finde ich irgendwie nicht fair. |
| Kuu: | Wäre es nicht toll, wenn Krähen sprechen könnten? |
| Rakka: | Ja. |
Zurück zum Thema: Hikaris Bäckerei, von wo Rakka die Pfannkuchen holen soll.
| Kuu: | Weißt du, Hikaris Bäckerei ist die einzige in ganz Guri, in der eine Haibane arbeiten darf. |
|---|
Reki hatte Rakka weiter oben gesagt, es gäbe nur wenige Jobs für die Haibane in Guri; leider wissen wir nicht, woran genau das liegen könnte.
| Rakka: | Oh, dann muß es etwas ganz besonderes sein. |
|---|---|
| Kuu: | Tjaaa... es ist auch die älteste Bäckerei der Stadt. |
| Rakka: | Aha. |
|---|
Endlich erreichen die beiden die Bäckerei:
| Baeckerin: | Seid ihr Freundinnen von Hikari? |
|---|---|
| Baeckerin: | Falls ihr zu ihr wollt, sie ist in der Backstube. Dort entlang... |
| Rakka: | Oh, danke! |
| Lehrling: | Croissants sind fertig! |
| Hikari: | Ja! |
| Lehrling: | Speckbrötchen fertig! |
| Hikari: | Ja. |
| Lehrling: | Buttersemmeln fertig! |
| Hikari: | Ja! |
| Rakka: | Toll! |
Das "Wow" der AonE-Version gefällt mir fast besser - Rakka drückt nicht nur Begeisterung aus, sondern auch Erstaunen, wie produktiv die (ja ebenfalls noch junge) Hikari hier mitarbeitet. (Rakka hat ja selbst noch keine konkrete Vorstellung, was für einen Job sie selbst machen will.)
| Rakka: | Sieht aus, als wäre sie schwer beschäftigt. |
|---|---|
| Baecker: | Oh, ihr seid Freundinnen von Hikari? |
| Rakka: | Äh, ja. |
| Baecker: | Hikari, Besuch für dich. |
Was dann implizit auch bedeutet, daß Hikari dafür eine Pause machen darf.
| Hikari: | Hallo! |
|---|---|
| Rakka: | Wir wollten etwas einkaufen. Als Nachtisch für die Kleinen. |
Eigentlich hatte die Hausmutter konkret Pfannkuchen bestellt, aber da Rakka das nicht sagt (und Kuu nichts davon weiß), bietet Hikari das an, was gerade frisch fertig geworden ist:
| Hikari: | Echt? Hier, sucht euch etwas aus. |
|---|
Hikari meint also: "Das hier ist das passende Tablett für einen Kinder-Nachtisch."
| Rakka: | Aaaaaah! |
|---|---|
| Kuu: | Aaaaaah! |
Eigentlich sehen diese Dinger gar nicht so spektakulär als - aber sie sind frisch und duften wahrscheinlich. ("Kaffeestückchen", würden wir wahrscheinlich dazu sagen.)
| Rakka: | Das muß schwer sein... |
|---|
Worauf bezieht sich das? Auf den Backprozeß insgesamt oder auf Hikaris Anteil daran? Hikari antwortet auf letzeres, als wäre die Frage gewesen: "Du mußt hier aber ganz schön schuften." (Genau diesen Eindruck hatte Rakka gewonnen, als sie Hikari bei der Arbeit zusehen konnte.)
| Hikari: | Gar nicht so schlimm - aber die anderen, die müssen schon um 3 Uhr früh ran. |
|---|
Und Hikari erst, wenn der Laden öffnet, also vielleicht um 8-9 Uhr - sie frühstückt ja wohl normal mit den anderen in Old Home, bevor sie in die Stadt radelt (wahrscheinlich zusammen mit Kana, wie wir in Episode 1 gesehen haben).
| Hikari: | Und die arbeiten den ganzen Tag. |
|---|---|
| Hikari: | Normalerweise kümmere ich mich bloß um den Laden und helfe hier zwischendurch ein bißchen aus. |
Der freundliche Bäcker kennt Hikaris Art inzwischen:
| Baecker: | Was höre ich da? Also so bescheiden mußt du nun auch wieder nicht sein. |
|---|
Und dann erklärt er den Besuchern, was Hikari noch so alles zum Betrieb beiträgt:
| Baecker: | Sehr ihr? |
|---|---|
| Baecker: | Diese hier waren Hikaris Idee! |
"Kringel a la Hikari", die aktuelle Erweiterung der Produktpalette - Abteilung "Forschung und Produktentwicklung" also. Spontane Ideen sind durchaus Hikaris Stärke - falls sie in die richtigen Bahnen gelenkt werden.
| Baecker: | Aber Vorsicht, die sind heiß. |
|---|---|
| Rakka: | Danke schön! |
| Rakka: | Toll, was du alles kannst, Hikari! |
|---|
Aber jetzt kommt ein Thema, dem Hikari schon einmal ausgewichen ist:
| Baecker: | Neulich hatte sie so eine interessante Backform... |
|---|---|
| Baecker: | und wir haben damit herumprobiert. |
Rakka kommt ein schlimmer Verdacht:
| Rakka: | Hikari? |
|---|---|
| Rakka: | Du hast doch nicht etwa...!?! |
Hikari befindet sich bereits auf dem strategischen Rückzug:
| Hikari: | Ups, jetzt ist es heraus... |
|---|
Kuu sieht die Sache von der praktischen Seite:
| Kuu: | Also deshalb wolltest du für den Halo zuständig sein! |
|---|---|
| Kuu: | Ganz schön clever. |
Rakka, die sich gerade klebrigen Teig an ihrem ohnehin nicht funktionierenden Halo vorstellt, ist ganz schön stinkig:
| Rakka: | Hikari! |
|---|
Hikari als "Experimentalwissenschaftlerin" lehnt jede Verantwortung für die Folgen ab:
| Hikari: | Naja, es sah so verlockend aus, ich mußte es einfach ausprobieren. |
|---|
Rakka ist keineswegs besänftigt:
| Rakka: | Wie konntest du bloß auf eine solche Idee kommen! |
|---|
Hikari begreift nicht, worum es Rakka geht: Rakka sieht den Mißbrauch des Halo-Behälters für etwas so Profanes als Sakrileg an, als "undenkbar". Hikari versucht, Rakka zu beschwichtigen:
| Hikari: | Aber ich habe die Form danach ganz gründlich ausgewaschen... |
|---|---|
| Rakka: | Darum geht es doch gar nicht! |
Rakka motzt immer noch - und wir werden sehen, daß der Fall für sie noch nicht erledigt ist. Immerhin besteht der Verdacht, daß der andauernde elektrostatische Seiteneffekt des Halo auf Hikaris "kreative Verwendung" des Halo-Behälters zurückzuführen sein könnte...
Zurück in Old Home - die Kinder genießen offenbar den Nachtisch.
Reki versucht, die Idee konsequent weiter zu denken (oder ins Spöttische zu ziehen - es gibt da doch dieses Murphy-Problem mit der Katze, der man ein Butterbrot auf die Rücken bindet und sie dann fallen läßt... ;-):
| Reki: | Was meinst du, wie den Kleinen ein Möhrenkuchen schmecken würde? |
|---|
Das mag natürlich auch Spott bzw. sanfte Kritik an der Hausmutter sein. Die Frage an sich (wenn man sie wörtlich nimmt) paßt nämlich nicht sonderlich zu Rekis Wesen - Reki ist kein Verstandesmensch, anders als Kana und (in gewisser Weise) Kuu bzw. Rakka. (Hikari würde die Idee mit dem Möhrenkuchen sicher lustig finden, aber auch sie käme nie selbst darauf.)
| Hausmutter: | Du ißt Karotten doch genauso ungern. |
|---|
Reki versucht instinktiv, zu widersprechen:
| Reki: | Wenn ich die Augen schließe, dann kriege ich sie herunter. |
|---|
Was die Erziehung der Kinder angeht, würde dies eventuell reichen; Reki hat Rakka beim Mittagessen ja angewiesen, genau das zu tun ("lächeln...").
Tatsächlich geht es der Hausmutter aber um etwas völlig anderes; Reki hat das noch nicht begriffen und spielt der Hausmutter damit unbewußt in die Karten:
| Hausmutter: | Das zählt aber nicht als "essen können". |
|---|
Denn genau darum geht es: Das Karottenessen ist (auch) eine Prüfung für Reki! Jetzt fängt die Hausmutter an, Klartext zu reden:
| Hausmutter: | Du bist älter geworden, aber immer noch ein Kind geblieben. |
|---|
Während die Kleinen nun erkennbar "Kringel a la halo mold" genießen (da ist mindestens ein oishi = "köstlich"/"lecker" zu hören), denkt Reki lange über die Worte der Hausmutter nach. Und schließlich kommt sie zur richtigen Erkenntnis:
| Reki: | Dann war diese Lektion mit den Möhren heute also gar nicht für die Kleinen gedacht, sondern für mich? |
|---|
Gemäß Nemus Erklärung angesichts der Tooga in Episode 2 steht die Hausmutter offenbar auf der Lohnliste der Haibane Renmei, und sie könnte (in begrenztem Rahmen) durchaus eine ähnliche Erziehungsfunktion für ältere Haibane haben wie der Washi.
Die Hausmutter grinst und weicht der Antwort auf diese Frage nicht völlig aus (genau wie Washi das in dieser Szene tun würde):
| Hausmutter: | Naja, du bist immerhin erwachsen genug, nicht davor wegzulaufen. |
|---|
Hm... Reki ist zumindest gewitzter als die Kids: Sie hat beim Mittagessen ihren Job an "Gastlehrer" Rakka delegiert, ist aber im Prinzip ihrer Prüfung genauso ausgewichen wie zuvor die Kleinen.
| Reki: | Ach, laß mich doch in Ruhe. |
|---|
Reki ist verärgert über die Hausmutter, die sie "hereingelegt" hat.
Eine nette Parallele zwischen Rakka und Reki: Beide wurden "hintergangen", beide sind verärgert - wenngleich aus völlig verschiedenen Gründen.
Abendessen in Old Home. Hikari erzählt von der Produktionsmethode der "Ringe a la halo mold", die auf dem Tisch zu erkennen sind:
| Hikari: | Und wenn wir sie im Laden verkaufen, dann legen wir jeweils zwei Stück übereinander und füllen sie in der Mitte mit Erdbeeren und Schlagsahne. |
|---|
Hikari macht Kana den Mund wässerig, aber Rakka fehlt immer noch am Eßtisch (Reki übrigens auch - wieso eigentlich?!)
| Kana: | Jetzt mach schon, ich bin am Verhungern! |
|---|---|
| Nemu: | Hey, laß sie doch... |
Ohne Reki am Tisch nimmt Kuu erneut ihre senpai-Funktion für ihren Schützling wahr:
| Kuu: | Rakka! Beeil dich oder wir essen alle auf! |
|---|---|
| Kana: | Genau! |
Rakka steht am Waschbecken und versucht, ihren Halo von der "Kontamination" zu reinigen. Hikari kommt hinzu:
| Hikari: | Rakka, es tut mir leid. |
|---|---|
| Rakka: | Schon gut... |
Rakkas Haare kleben immer noch am Halo... Hikaris Back-Experiment scheint in der Tat seine Spätfolgen zu haben.
Erstaunlich übrigens, daß Rakka den Halo so weit von ihrem Kopf entfernen kann! In Episode 4 werden wir die Mechanik zwischen Halo und Haibane-Körper auf eine ernstere Belastungsprobe gestellt sehen.
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